Die Lichtglanz-Meditation – LGM

 Tıbb-ı Nuraniyye – Die Lichtglanz-Meditation

„Gott ist das Licht der Himmel und der Erde…“

Quran Sure 24, Vers 35

Dies ist eine Reihe von Übungen nach einem überlieferten Schema. Mit Lichtglanzmeditation wird das osmanische Tıbb-ı Nuraniyye übersetzt – die Medizin des hell glänzenden Lichts. Medizin, ein Mittel zur Heilung, ist hier im Sinne von heil-werden, ganz-werden gemeint. Hier haben wir eine Arbeit mit Licht, die hilft, wieder heil zu werden oder auch sein Heil zu finden. Lichtglanz enthält einen Hinweis darauf, dass es sich nicht um Licht im herkömmlichen Sinne handelt, weder um Sonnenlicht noch um Lampenlicht oder eine andere künstliche Lichtquelle. Wir arbeiten mit Licht in unserer Vorstellung. Licht ist eine Erscheinungsform von Energie. Licht umgibt uns und ist auch Teil unseres Körpers, in jeder einzelnen Zelle und im sogenannten Energiekörper, der Energiestruktur jedes Lebewesens. In der Lichtglanzmeditation (LGM) beziehen wir uns auf diesen Energiekörper, den wir in der Vorstellung verschiedenen Schwingungen aussetzen, in dem wir mit verschiedenen Farben arbeiten.

Diese spezielle Methode wurde seit Generationen in unserer Linie der Mevlevi-Tariqa weitergeben.

Die Form, mit der wir in der Mevlevihane arbeiten, geht auf einen Lehrer von Scheich Abdullah Halis Efendi zurück. Sein Rehber, Ferhad Dede, unterwies ihn darin in den frühen siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts während der Zeit seiner Tschile in Aleppo. Wir geben diese Arbeit so weiter, wie sie uns überliefert wurde und knüpfen an die Jahrhunderte alte Tradition an.

In geführter Meditation konzentrieren wir uns auf die Vorstellung verschiedener Farben. Dies ist eine Entdeckungsreise in die Welt des Feinstofflichen und des persönlichen Bezugs dazu. Mit Hilfe der Grundfarben und Energiezentren, den Lataif, beginnt ein Reinigungsprozess, der zur Klarheit des Selbst führt. Nicht Veränderung ist angestrebt, sondern im Gegenteil, die Schleier vor dem Selbstbild sollen gelüftet werden, so dass man sein wahres Wesen entdecken kann. Das vollkommene Wesen, als das wir erschaffen wurden, vollkommen im Sinne unseres menschlichen Potentials, soll uns ins Bewusstsein kommen, auch unsere Stärken und Schwächen und die vollkommene Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Das Entscheidende an dieser Energiearbeit ist, dass sie möglichst frei von Manipulation ist, d. h., wir versuchen nicht, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, sondern wir öffnen die Bahnen für die Selbstheilungskräfte im Menschen. Mit der Lichtglanzmeditation erwecken wir unsere Energiezentren, damit sie harmonisch zu unserem Besten wirken können. Mit den Übungen öffnen wir eine innere Projektionsfläche, auf der wir uns selbst erkennen können.

Um dies zu erreichen, wird eine Serie von Übungen unterrichtet, die auf einander aufbauen. Nach einem Einführungswochenende, an dem man die Methode kennenlernen kann, beginnt ein längerfristiger Kurs. Wir treffen uns alle zwei Monate zu einem Wochenende. Dabei wird jeweils eine neue Farbe, d. h. ein bestimmter Schwingungsgrad, eingeführt. Jede/r Teilnehmer/in erhält eine Übung für die nächsten vier Wochen und arbeitet damit gewissenhaft zu Hause jeden Tag. Es folgen vier Wochen Pause, in denen die Wirkung der Übungen integriert werden kann. Dann trifft sich die Gruppe wieder zum Erfahrungsaustausch und zur Einführung der nächsten Farbe.

Der Kurs besteht aus acht Wochenendveranstaltungen. Die Teilnahme ist an die Bedingung gebunden, dass jeder der anfängt, die feste Absicht hat, alle Veranstaltungen zu besuchen und bis zum Ende durchzuhalten. Dieses Versprechen muss jeder Teilnehmer in erster Linie sich selbst geben, um damit sich selbst gegenüber die nötige Ernsthaftigkeit zum Ausdruck zu bringen. Die Termine, die für die LGM festgelegt sind, können nicht verändert werden. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer der LGM für die Zeit der Kursdauer absolute Priorität einräumen muss. Der Grund dafür liegt in der Art der Arbeit: wir konzentrieren uns auf feinstoffliche Energien und da unsere Gedanken auch diese Qualität haben, wirkt sich unsere Einstellung zu uns selbst und der Arbeit auf die Meditation und ihre Folgen aus. Wer sich selbst z. B. nicht wichtig genug nimmt, gibt diese Haltung an sein Unbewusstes weiter und beeinflusst mit diesen Gedanken über sich selbst die Wirkung der Meditationen. Deshalb sollte es während der Übungszeit nichts Wichtigeres geben. Gleichzeitig fördert diese Regel die Auseinandersetzung mit den Prioritäten in unserem Alltag.

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Duhul-i huruf

 

Sein Befehl, wenn Er eine Sache will, ist nur, dass Er zu ihr spricht: Sei! und sie ist.
Quran Sure 36, Vers 82

Dieses Seminar ist nur für Tariqa-Mitglieder offen.

Für die SchülerInnen von Efendi ist eine Fortsetzung des Reinigungsprozesses nach der LGM möglich. In diesem Abschnitt kommt zu der Arbeit mit den Farben auch noch die Meditation auf Buchstaben und Wazifa, d.h. Gottesnamen. Duhul-i huruf heißt übersetzt: Eintritt in die Buchstaben. Mit den arabischen Buchstaben hat es eine besondere Bewandtnis. Da wir mit den 28 Buchstaben des arabischen Alphabets alles ausdrücken , d.h. in Worte fassen können, symbolisieren sie die ganze Schöpfung. Wie in dem Quranzitat beschrieben, geschieht die Schöpfung durch das Wort und die Worte bestehen aus Buchstaben. Durch die Meditation ber die Buchstaben können wir uns diesem Schöpfungsprozess annähern. Gleichzeitig arbeiten wir weiter an der Klärung unserer geistig-seelischen Existenz.

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Al-Dschama

Auch dieses Seminar ist nur für Tariqa-Mitglieder offen. In einer dreimonatigen Übung werden beide Ebenen der vorangegangenen Stufen, LGM und Duhul-i huruf miteinander verbunden. Dann ist dieser Zyklus abgeschlossen. Es stellt kein Problem dar, nach der LGM die Arbeit abzuschließen oder eine längere Pause einzulegen. Wer allerdings LGM und Duhul-i huruf durchlaufen hat, kann auf diesen dritten Abschnitt nicht verzichten.

Man arbeitet mit den sechs farbigen Symbolkarten der ersten Übungseinheit aus duhul-i huruf ohne Buchstabenkarten. Jeden Tag eine Karte und bestimmte Übungen für jeden Wochentag, sonntags beginnend, freitags frei. Eine Woche üben, eine Woche Pause.

Diese Stufe umfasst 2 Wochenenden, d.h. Einführung und Abschlussauswertung und dauert mindestens 14 Wochen. Zur Abschlussauswertung sind alle Unterlagen, d.h. die Notizen zu den Übungen von der LGM an bis zu dieser letzten Stufe mitzubringen, um sich einen Gesamtüberblick über die Erfahrungen der letzten zweieinhalb Jahre zu verschaffen.

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