بسم الله الرحمن الرحيم
Die Enzyklopädie des Tasawwuf
T
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Tâdsch
[türk. Tac]
Die Tâdsch / die Tâdschen
Tâdsch, Krone, ist die Bezeichnung für die Kopfbedeckung, welche von den Scheichen der Sufiorden getragen wird. Die turbanartige Tâdsch besteht aus einer wattegefütterten Kappe (Abb.1), um die Kappe wird ein Ring (türk. Simit) aus festem Stoff in der Farbe der Turbanbinde gelegt und mit einem Faden an die Kappe geheftet (Abb2und3), über diesen Ring wird dann das 2-2,5 cm breite Turbantuch gewunden. Manchmal wird die Kappe auch stärker gefüttert, die Außenseite mit Stoff aus der Farbe des Turbantuches benäht und das Turbantuch direkt um die Kappe gwunden (Abb.4). Das Turbantuch entspricht dem Destâr der Mevlevî-derwische!




Zur Symbolik:

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 4a

Abb. 5Farben und Formen der Tâdsch beinhalten eine ihnen eigene Symbolik die von Tariqa zu Tariqa unterschiedlich ist. Wir wollen hier versuchen an Hand der Dscherrachi-Tadsch, Abb.1, einen kleinen Einblick zu geben.
Auf dem Oberteil der Tâdsch, Abb. 2, erkennen wir eine Anzahl paralleler "Wülste". Sie bilden ein regelmäßiges Muster, das für das Tauhid (Einheitsbekenntnis) steht.
Abb. 3 zeigt die schematische Darstellung von Abb.2, hier erkennen wir eine Reihe gleichseitiger Dreiecke, die sich im Mittelpunkt treffen.
Abb. 4 zeigt eine zweifach gespiegelte (rote Linien) Kalligraphie des La ilahe illa-llah, in arabischer Schrift siehe Abb. 4a.
In Abb. 5 sind Abb. 3 und 4 übereinander gelegt, so dass wir jetzt erkennen können, dass das Muster auf der Tâdsch tatsächlich dem Tauhid entspricht. Dort sind nur die verlängerten Linen der Buchstaben zu sehen.
Siehe auch unter: Destar
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Tamburin
[türk. Def], (osm.) Def
Def, auch Tef gesprochen, Rahmentrommel mit Schellen [türk. Zil].
Siehe auch unter: Bendir | Mazhar | Trommel
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Tariqa
[türk. Tarikat]
(sing.) Die Tariqa, (pl.) die Turuq
Das Wort kommt aus dem Arabischen und wird von dem Verb taraqa abgeleitete, welches folgende Bedeutung hat: klopfen, pochen, hämmern, schmieden; kommen, (in eine Sache) eindringen. Tariqa als sufischer Terminus beinhaltet bzw. bezeichnet einen "Weg", der zu gehen ist und zugleich die "Methode", die diesem speziellen Wege zugrunde liegt und mit Hilfe derer man in den Weg "eindringen" kann.
Die Übersetzung dieses Begriffes mit "Orden" wird der eigentlichen Bedeutung zwar nicht gerecht, findet aber zum besserem Verständnis im Westen Verwendung.
Alle Turuq (pl. von Tariqa) wurzeln in dem Weg oder der Methode, die der Prophet Muhammad lehrte, der Tariqat-ul-muhammadiyya.Siehe auch unter: Tariqat-ul-Muhammadiyya
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Tariqat-ul-Muhammadiyya
Tariqat-ul-Muhammadiyya
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Tasawwuf
[T] Tasawwuf [türk. Tasavvuf]
Dieses Wort aus dem Arabischen bezeichnet eigentlich den inneren Weg des Islam. Es wird entsprechend dem 5. Verbalstamm aus dem Wort Suf gebildet, als wäre es ein Verb. Die Tätigkeit, die Handlung ist das Fundament des Wortes. Hier kann bereits sprachlich deutlich gemacht werden, das es nicht um eine Theorie, sondern um gelebtes Leben geht. Also kann man sagen, tasawwuf bedeutet Sufi werden, sich zum Sufi machen, ist die Bezeichnung für die sufische Lebensweise.
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Tauba
[türk. Töbe]
Reue, Hinwendung zu Gott.
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Tauhîd
[türk. Tevhid]
Einheitsbekenntnis: La ilaha ilallah : Es gibt keinen Gott außer Gott.
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Tawassul
[T] Tawassul.
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Taylasan


[türk. Taylasan]
(sing.) Der Taylasan, (pl.) die Taylasane
Als Taylasan wird das herabhängende Ende des Turbantuches -> Destar bezeichnet.
Siehe auch unter: Destar
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Tekke
Tekke
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Tennüre
[T] Tennüre
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Tesbih
[türk. Tesbih], (osm.) تسبيح|, (arab.) سبحة , (pers.) تسبيح|
(sing.) Der Tesbich, (pl.) Die Tesbiche
Als Tesbih, Tesbich gesprochen, wird die zu vielen Gelegenheiten benutze Gebetskette bezeichnete.
Die allgemein gebräuchliche Gebetskette besteht aus 3 x 33 Perlen. Bei den Sufis finden auch Ketten mit 333, 500 oder 1000 Perlen Verwendung.
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Threshold
[T] Threshold
Der volle Name lautet "The Threshold Society and Mevlevî Order".
Eine von dem amerikanischen Psychologen A. Helminsky begründete Gruppierung. Sie vertritt eine mehr traditionell-islamische Richtung.
A. Kabir Helminsky war ein Schüler von Süleyman Loras aus Konya, Türkei.
Süleyman Loras
A. Kabir HelminskySiehe auch unter: Dede - Dedegân
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Trommel
Trommel
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Tscharch
[T] Tscharch [türk. Çarh / Çark]
Das Wort ist dem Persischen entlehnt und bedeutet unter anderen : Kreis, Rad, Himmelsgewölbe.

Als Çarh, ausgeschprochen "Tscharch", wird beim Üben des Sema der rechte Fuß und zugleich die kreisförmige Drehung um 360º bezeichnet [türk. Çarh atmak, im Sinne von "einen Kreis werfen]. Der linke Fuß wird Direk [Säule, Pfeiler] genannt.
Es wird unterschieden in:1/1 Tscharch 360º
3/4 Tscharch 270º
1/2 Tscharch 180º
1/4 Tscharch 90ºSiehe Abbildung.
Siehe auch unter: Sema
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Tschelebi

[türk. Çelebi]
Tschelebi bedeutet: vornehmer Herr, Prinz.
Im folgenden benutzen wir aus Platzgründen die türkische Schreibweise "Çelebî".
Titel der männlichen Nachkommen aus der Familie Hz. Pirs [qs], zugleich Titel des Großscheichs der Mevlevî-Tariqa.
Bevor Hz. Pir (Mevlana) [qs] am 5.6.672 Hidschrî = 17.12.1272/3 Miladi verstarb bestimmte er, Çelebî Husam-ed-din [qs] [621 - 683 H. = 1224 - 1284 M.] zu seinem Nachfolger. Er war einer seiner Schüler und sein Sekretär. Ihm diktierte Hz. Pir das Mesnevi. Sein Sohn Sultan Veled [qs] [623 - 712 H. = 1226 - 1312 M.] folgte der Entscheidung seines Vaters und ehrte Çelebî Husam-ed-din [qs]als Leiter der Gemeinschaft. Doch schon nach Sultan Veled wurde das Amt des Großscheiches der Tariqa, bis zur Schliessung der Konvente im Staatsgebiet der heutigen Türkei im Jahre 1925, auschließlich von Nachkommen aus der Familie Hz. Pirs [qs] versehen.
Der Titel des Großscheichs wurde später zu Makam Çelebî erweitert, um zwischen dem Postnischin in Konya und den anderen Nachkommen unterscheiden zu können.
Der Makam Çelebî wurde mit "Azîz Efendi" angesprochen.
Von 1272 bis zum Jahre 1925, standen der Tariqa, einschließlich Hz. Pirs [qs]32 Tschelebis vor.
In der folgenden Tabelle entsprechen die Angaben zu den Lebensjahren der islam. Zeitrechnung - Hidschrî.Nr. Name Vater <Hidschrî <Milâdî <Lebensz. <Amtszeit 01 Hz Pir. M. Dschelâl-ed-din ar-Rumî[qs] Bahâ-ed-dîn Veled[qs] 621-6831207-128462 J.----02 Çelebî Husâm-ed-dînÇelebîv[qs] --- 621- 6831224-128462 J.11 J.03 Sultân Veled Çelebî[qs] Hz. Pîr M. Dschelâl-ed-dîn[qs] 623-7121226-131289 J.29 J.04 Ulu Arif Çelebî[qs] Sultân Veled Çelebî[qs] 670-7191271-131949J.07 J.05 Abid Çelebî[qs] Sultân Veled Çelebî[qs] 682-7391283-133957 J.20 J.06 Wadschid Çelebî (1) [qs] Sultân Veled Çelebî [qs] 689-7421290-134153 J.03 J.07 Emir Alim Çelebî[qs] Ulu Arif Çelebî[qs] 692 -7511292-135059 J.09 J.08 Muzaffer-ed-dîn Çelebî (2) [qs] Ulu Arif Çelebî[qs] 695-7701324-136875 J.19 J.09 Emir Alîm Çelebî II.Çelebî [qs] Abîd Çelebî[qs] 725-7981324-139573 J.28 J.10 Muhammad Emîr Arif Çelebî[qs] Muzaffer-ed-dîn Çelebî (2) [qs] 745-8241344-142179 J.26 J.11 Emir Adil Çelebî II.[qs] Emir Alim Çelebî II.[qs] 781-8651379-146084 J.41 J.12 Dschemâl-ed-dîn Çelebî [qs] Adil Çelebî [qs] 841-9151337-150974 J.50 J.13 Husrew Çelebî [qs] Çelebî Kadi M. Pascha[qs] 886-9691481-156183 J.54 J.14 Muhammad Ferûh Çelebî [qs] Husrew Çelebî [qs] 923-10101517-160187 J.54 J.15 Bostan Çelebî I.[qs] Muhammad Feruh Çelebî [qs] 961-10401558-163079 J.28 J.16 AbuBakr Çelebî [qs] Muhammad Feruh Çelebî [qs] 965-10521557-164287 J.10J.2M.17 Muhammad Arîf Çelebî III.[qs] Veled Çelebî II. Karahisârî[qs] 1006-10521597-164246 J.2J.6M.18 Pîr Hussain Çelebî [qs] Hassan Çelebî [qs] 988-10771580-166689 J.25 J.19 Abd-ul_Halim Çelebî I.[qs] Abd-ur-RahmanÇelebî [qs] 1035- 10901625-167955 J.13 J.20 Hadschî Bostan Çelebî [qs] Abd-ul-Halim Çelebî I. [qs] 1055-11171645-170562 J.27 J.21 Muhammad Sadr-ed-dîn Çelebî I. [qs] Hadschî Bostan Çelebî II.[qs] 1080-11241669-171244 J.7 J.22 Muhammad Arif Çelebî IV.[qs] Abd-ur-Rahman Çelebî II.[qs] 1090-11591679-174669 J.35 J.23 Hadschî Abubakr Çelebî [qs] Muhammad Arif Çelebî IV.[qs] 1133-11991720-178466 J.40 J.24 Hadschî Muhammad Emîn Çelebî [qs] Ismail Çelebî [qs] 1155-12301742-181475 J.31 J.25 Muhammad Said Hemden Ç. (3) [qs] Hadschi Muhammed Emîn Çelebî [qs] 1221-12761806-185955 J.46 J.26 Mahmud Sadr-ed-din Çelebî II. [qs] Muhammad Said Hemden Çelebî [qs] 1241-12991825-188158 J.23 J.27 Ibrahim Fahr-ed-din Çelebî [qs] Muhammad Said Hemden Çelebî [qs] 1247-12991831-188152 J.8 M.28 Mustafa Savfet Çelebî [qs] Muhammad Said Hemden Çelebî [qs] 1250-13051834-188755 J.8 M.29 Abd-ul-Wahid Çelebî [qs] Muhammad Said Hemden Çelebî [qs] 1275-13251858-190754 J.8 J.30 Abd-ul-Halim Çelebî II. (4) [qs] Abd-ul-Wahid Çelebî [qs] 1290-13441873-192554 J.9 J.31 Baha-ed-din Veled Çelebî [qs] (5) Nedschîb Çelebî [qs] 1280-13721863-195392 J.9 J.32 Amil Çelebî [qs] Yakub Çelebî [qs] 1289-13391872-192050 J.7 M.(1)
hatte den Beinamen - "der Große".
(2)
hatte den Beinamen - "Büyük Adil" - der große Gerechte ".
(3)
Postnischin wurde er im Alter von 9 Jahren, bis zum 18. Lebensjahr wurde er von seinem Onkel Ferruh [Çelebi] vertreten.
(4)
1. Amtszeit = 1325 - 1327 H. = 1907 - 1909 M. [von den Jungtürken abgesetzt] = 3 Jahre
2. Amtszeit = 1338 - 1339 H. = 1919 - 1920 M. = 1 Jahr, 4 Monate, 16 Tage
3. Amtszeit = 1338 - 1344 H. = 1920 - 1925 M. = 4 Jahr, 2 Monate, 22 Tage(5)
a) Er nahm später zur Zeit der Türkischen Republik den Familienamen "Izbudak" an.
b) Er wurde von den Jungtürken abgesetzt.
c) Von Ihm gibt es eine vollständige türkische Übersetzung des Mesnevi. -
Tschile
[türk. Çile / Çille]
(sing.) Die Tschile, (pl.) die Tschilen
Das Wort Tschile ist eine Abwandlung des persischen Zahlwortes tschehel, vierzig. Es entspricht dem arabischen Wort für vierzig arba'ain, beide Termini bezeichnen eine 40-tägige, Hulwet genannte, Zeit der Zurückgezogenheit der Derwische.
Bei den Mevlevîs dauert die Tschile 1001 Tag. In dieser Zeit wird dem als Nevniyaz bezeichneten Schüler die traditionelle Ausbildung der Mevlevî-Derwische vermittelt. Die Zahl 1001 ergibt sich aus dem Ebdsched-Wert des osmanischen Wortes rizâ. Rizâ bedeutet in diesem Zusammenhang der Zustand der inneren Zufriedenheit des Schülers gegenüber allem, was ihm auf dem Wege widerfährt. Der Schüler geht den Weg auf der Basis der Freiwilligkeit und des eigenen Wollens.
So hat der Schüler jederzeit die Möglichkeit die Tschile (ab)zubrechen (türk. Çileyi kırmak), auch kann der Scheich, wenn es ihm notwendig erscheint, die Tschile beenden.
Es liegt auch im Ermessen des Scheichs die Tschile abzukürzen, wenn der Schüler sehr begabt und gelehrig ist.Während der Tschile muß der Schüler, wenn er die Mevlevîhâne zu einem bestimmten Zweck verlassen darf, vor Sonnenuntergang zurückgekehrt sein. Bleibt er nach Sonnenuntergang außerhalb der Mevlevîhâne, so gilt die Tschile als "gebrochen" und er muß sie von neuem beginnen. Die Dauer der bis dahin vergangenen Zeit ist dabei bedeutungslos.
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Tschilekesch

[türk. Çilekeş]
Als Tschilekesch wird bei den Mevlevîs nur der bezeichnet, der die Tschile genannte Zeit der Zurückgezogenheit von 1001 Tag, absolviert hat.
Nur er ist berechtigt neben seinem Namen das Wort "Dede" zu führen und nur er kann innerhalb der Hierarchie ein Amt einnehmen und/oder als Scheich d.h. Lehrer der Tradition und des Brauchtums, eingesetzt werden.
Alle anderen haben nur den Rang des Muhib d.h. des Laienbruders.Siehe auch unter: Dede - Dedegân | Mevlevî | Muhib | Scheich | Tschile
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Türbe
Türbe
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Turuq
[türk. Tarikatlar / turuk]
Plural des arabischen Wortes Tariqa = Die Sufiwege - Sufiorden - Sufischulen
Siehe auch unter: Sufi | Scheich | Tariqa


